Gautzsch

Mit der Ersterwähnung im Jahre 961 ist Gautzsch einer der ältesten Orte im Leipziger Raum slawischen Urspungs. Das Dorf besaß mit Kirche und Rittergut eine ausgeprägtere Dorfstruktur als das benachbarte Oetzsch.

Gautzsch
1713 hieß der neue Eigentümer Wolfgang Jöcher, Ratsbaumeister, Kammer– und Kommerzienrat aus Leipzig. Nach den Plänen des Landbaumeisters David Schatz ließ er das Dorf samt Herrensitz und Kirche weitestgehend restaurieren. Sozial engagiert, schuf er für seine Gutsarbeiter Drescherhäuser und kleine Hofstellen – seinerzeit eine Neuheit.

Weiteren Veränderungen war Gautzsch ab 1885 unterworfen - der jetzige Besitzer Walter Kees ordnete den aufkommenden Neobarock an. Mit der Industriealisierung, die auch in Gautzsch Einzug hielt, beabsichtigte das Dorf die Gründung zur Stadt. Aber der Siedlungsbau entwickelte sich nicht so schnell wie geplant; das Vorhaben blieb auf der Strecke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Herrensitz zum Krankenhaus umgebaut. Familien aus devastierten Ortschaften fanden in Gautzsch ab 1958 ein neues Heim. Und natürlich blieb auch dieses Dorf von den "Tagebauumwälzungen" nicht unberührt.

Auf Grund der neuen Strukturierung bei Grün– und Bebauungsflächen tritt Gautzsch als "kleines Markkleeberg" auf. Die Wohnqualität verbesserte sich durch das Wohngebiet Eulenberg, es stellt die städtebauliche Verbindung zwischen den Ortsteilen Zöbigker, Großstädteln und Gautzsch dar. Lukratives und attraktives Leben – in der Nähe grüßen der Keessche Park und der Cospudener See.