Nikolaikirche in Großzössen

In den letzten Jahren wurden an der Großzössner Nikolaikirche weitläufige Baumaßnahmen durchgeführt. Mit der Weihe des Breunsdorfer Altars erhält die Kirche einen würdigen Mittelpunkt. Dies alles gibt Anlass, die Geschichte der Kirche zu erwähnen.

Nikolaikirche
Nach einer verbreiteten Ansicht zeugen Nikolaikirchen vom Einfluss des Handels in einer Kirchengemeinde. Oft findet man sie an den großen Warenumschlagplätzen der Städte und als Wegekirchen an großen Fernhandelsstraßen. Der heilige Nikolaus welchem sie geweiht sind, gilt schließlich als Schutzpatron der Kaufleute.

Wie kommt aber so eine Nikolaikirche ausgerechnet in das weitab der Haupthandelswege gelegene Dorf Großzössen? Verschiedene Historiker sind u.a. der Meinung, niederdeutsch – flämische Siedler könnten ihren Lieblingsheiligen bei ihrer Einwanderung in unserem Raum mitgebracht haben. 1473 wurde dieser Großzössner Nikolaikirche ein bischöflich merseburgerischer Ablassbrief ausgestellt. Aus diesem geht indirekt hervor, dass diese Kirche damals 100 Jahre bestanden habe. Verschiedene Autoren schließen aus diesem Ablassbrief, die Kirche sei 1373 erbaut worden. Dies ist aber nicht urkundlich belegt.

Größere Baumaßnahmen gab es bereits 1855. Am 11. Juni 1850, gegen 16.45 Uhr, schlug ein Blitz in den Dachstuhl der Kirche ein.
Es entstanden beträchtliche Schäden, die auch die Statik des Baus beschädigten. Die 5 Jahre später durchgeführten Umbauarbeiten konzentrierten sich vor allem auf die Verschönerung des Innenraums. Mit der Ausgestaltung wurde ein Leipziger Dekorationsmaler namens Keller beauftragt. In den Bau investierte man 200 Taler.

Nach Beendigung der Baumaßnahmen fand am 18. Oktober 1855 ein feierlicher Gottesdienst statt. Musikalisch wurde er begleitet vom Lobstädter Männergesangsverein Liedertafel, welcher von einem Posaunenchor begleit wurde. In seiner Chronik schrieb der Zöpener Pfarrer Karl Leipnitz über den Gottesdienst: "Eine ungewöhnlich große Menge von Menschen auch aus den umliegenden Orten waren dabei anwesend. Der Tag selbst mit seiner Feier ging zur allgemeinen Zufriedenheit vorüber."