Zur Geschichte der Kohrener Eisenbahn

Information vom "Verein der Freunde der Kohrener Eisenbahn"

Bereits 1881 hatten die Kohrener um den Bau der Bahnlinie Frohburg – Kohren bei der sächsischen Regierung Beschwerde eingelegt.

1897 wurde mit der Vermessung der Areale begonnen, denn der Bau war genehmigt worden.

Kohrener Eisenbahn 30 Jahre lang – seit 1876 – war die Postkutsche und der Schiebebock im Einsatz. Am 1. Mai 1906 wurde die Bahn nach einer großen Einweihungsfeier dem allgemeinen und öffentlichen Verkehr übergeben. Der technische Fortschritt hatte nun auch in Kohren Einzug gehalten und wurde stark in Anspruch genommen.

Am 11. Juni 1910 wurde das noch heute vorhandene Bahnhofsgebäude in Betrieb genommen. 7 Zuggarnituren verkehrten in Glanzzeiten der Wyhratalbahn pro Richtung. Die 8 km lange Strecke war eingleisig und hatte erhebliche Höhenunterschiede zu überwinden.

Sie lief über 10 Brücken und 22 Kurven. Haltepunkte waren: am Jägerhaus ⁄ Streitwald und Frohburg Ost ⁄ Schützenhaus. Diese idyllische Strecke durch Wiesen, Auen, Felder, dem Streitwald, teilweise entlang des Flüsschens Wyhra wurde 61 Jahre lang betrieben und war eine Attraktion.

Im Laufe der Jahre kamen Lokomotiven der Baureihen 71, 89 und 92 zum Einsatz.

Neben dem Arbeiter– und Berufsverkehr war die Eisenbahn besonders an den Wochenenden durch viele Touristen, die zur Naherholung ins Kohrener Land kamen, genutzt worden. Die "Bimmel" gehörte wie die Töpferware zum Markenzeichen des Kohrener Landes.

Nachdem 1958 zwischen Streitwald und Kohren die Gleise noch einmal erneuert wurde, verkehrte die Wyhratalbahn zum letzten Mal am 27. Mai 1967. Unter Protest der Bevölkerung wurde die Strecke stillgelegt. Der Omnibusverkehr wurde als Schienenersatzverkehr eingeführt.

Am 31.12.1967 ist auch der Güterverkehr, der mit einer Diesellok der Baureihe V15 aufrechterhalten wurde, eingestellt. Später demontierte man die Gleise.
Geblieben ist nur eine Erinnerung.