Lippendorf und Kieritzsch

Seit dem Jahre 1934 bilden die Dörfer Medewitzsch, Spahnsdorf und Lippendorf eine Gemeinde mit 739 Einwohnern. Die Ersterwähnung von Lippendorf datiert auf das Jahr 1378, von Spahnsdorf auf 1443 und von Medewitzsch auf 1279. Der Ort Lippendorf wurde 1943 durch Angriffe auf das Kraftwerk Böhlen von aglo – amerikanischen Bombern zerstört. Ende der 60er mussten Spahnsdorf sowie die Reste Lippendorfs dem Kraftwerk Lippendorf weichen, welches 1971 seinen Betrieb aufnahm.

Kieritzsch, Lippendorf
Bei dem heutigen Ort Lippendorf handelt es sich eigentlich um das Dorf Medewitzsch. 1499 wurde Katharina von Bora, die spätere Frau Martin Luthers, in Lippendorf geboren. Um das Andenken an Katharina von Bora zu bewahren, wurde der Name Lippendorf für die Gemeinde beibehalten.

Im Jahre 1973 wurden die Orte Lippendorf und Kieritzsch zusammengeführt. Erstmals wurde das Dorf Kieritzsch, welches ein Sackgassendorf mit Herrensitz war, 1378 erwähnt.

Das Rittergut von Kieritzsch befand sich von 1555 bis 1729 im Besitz der Familie Helldorf. Zum Dorf gehörte das Gut Zöllsdorf, das Martin Luther 1540 seiner Gattin als Witwensitz schenkte. Noch heute befinden Sich in der Kirche des Dorfes Bildnisse Luthers und seiner Frau, die einst im Gutshaus zu Zöllendorf ihren Platz hatten.

Bevor die Industrie und die Braunkohle die Landschaft prägten, war wie in der Kirchengalerie zu lesen, Kieritzsch ein freundliches Dorf, dessen Flur mehrere kleine Waldparzellen schmückten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich noch eine Mühle im Ort. Auch Kieritzsch hatte 1632 unter dem Dreißigjährigen Krieg und der Armee von Wallenstein zu leiden. Die Gemeinde Lippendorf – Kieritzsch mit ihren 560 Einwohnern liegt rund 10 km von der Kreisstadt Borna entfernt. Lippendorf ist heute weithin zu sehen nämlich durch die beiden Kühltürme des Kraftwerks Lippendorfs.

Für Lutherinteressierte aber auch für alle anderen ist die Dorfkirche von Kieritzsch einen Blick wert. Hier gibt es, wie schon erwähnt, die Bildnisse von Martin Luther und seiner Frau Katharina zu bestaunen.