Gemeindezentrum ehemaliges Postgut

Gemeindezentrum
Das heutige Gemeindezentrum von Lobstädt wurde im denkmalgerecht sanierten Postgut eingerichtet. Das Gut soll bereits um 1400 erbaut worden sein. Es gehörte von Anfang an zu den größten Bauernwirtschaften der Region. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts diente der Hof als Posthalterei.

In den südlichen Stallgebäuden soll man die Postpferde untergebracht haben, die gewechselt wurden. Bei der Postverbindung handelte es sich zunächst um keine regelmäßig verkehrende Postverbindung, sondern um eine so genannte Extrapost. Trotzdem scheint sich die Poststation einem hohen Zulauf erfreut zu haben. Bald darauf wurden auch Übernachtungen, Speisen und Getränke angeboten.

Mitte des 18. Jahrhundert verpachtete die damalige Besitzerin Christina Wackernagel den Gasthof an Johann Valentin Wagner. Wagner erwarb später die gesamte Wirtschaft. Sein Sohn Johann Gottfried Wagner kaufte später auch noch die Lobstädter Brauerei hinzu, und lies dem Postgut gegenüber, die Gebäude des Gasthofs "Zur Stadt Altenburg" errichten. Zur räumlichen Trennung von Gasthof und Bauerngut war es bereits vor diesem Zeitpunkt gekommen. Ab Mitte des 19. Jahrhundert hatten beide auch unterschiedliche Besitzer. Das Bauerngut befand sich nacheinander in den Händen der Familie Döring, Lange, Wildenhayn und Bröhl.

In alten Lobstädter Chroniken wird behauptet, im Postgut habe 1813 sogar einmal Zar Alexander übernachtet. Dass es sich tatsächlich so ereignete ist noch weniger wahrscheinlich als die ebenfalls verbreitete Geschichte, Napoleon sei nach der Schlacht bei Großgörschen persönlich durch Lobstädt geritten. Vielleicht ist der russische Zar jedoch während einer Rast tatsächlich einmal im Postgut abgestiegen, wer weiß das schon?