Nenkersdorfer Kirche

Am 12. März 1300 wurde in einer Urkunde der Wallfahrtskirche bezeugt, dass Nenkersdorf "ein so einsamer und kleiner Ort sei, dass die Wunder des Bildes nicht zur Geltung kämen".

Das Chemnitzer Benediktinerkloster übernahm die Kirche und richtete ein Priorat (Amt eines Klostervorstehers) ein. Ein Ablassbrief, der von Benedikt XII. sowie dem Erzbischof und seinen 11 Untertanen (Bischöfe) 1342 in Avignon unterschrieben wurde, sollte die Menschen veranlassen, nach Nenkersdorf zu pilgern.
Kirche Nenkersdorf
In der Wallfahrtskirche konnten die Gläubigen an 57 Tagen (vor allem an den Marientagen) beten, unter der Voraussetzung der Reue und Beichte und guter Werke (40 Tage Nachlass ewige Strafe).

Im Jahre 1478 wurde durch den Merseburger Bischof Tilo das Priorat nach nur 136 Jahren aufgehoben. Der Chemnitzer Abt durfte von diesem Zeitpunkt an einen Weltgeistlichen zum Pfarrer bestimmen.

Das Besondere in der Kirche ist der Glanz des Flügeltars. Mit einer Gravur der Jahreszahl 1519, die in der Predella (Sockel eines Altaraufsatzes) eingezeichnet worden ist, wird angenommen, dass der historische Altar aus einer Leipziger Werkstatt thüringscher Schule stammt. Mit einem Gesprenge gekrönt, erinnert er an eine Märtyrerkrone. Maria und die vier Heiligen Georg, Christopherus, Sebastian und Mauritius werden darin dargestellt. Auf einer Festtagsseite zeigt er Maria mit dem Kinde, Heilige und Bischöfe.

In der Kirche sind Türen aus dem 14. Jahrhundert und Fenster aus der Zeit der Mönche erhalten geblieben, die hinter dem Altar stehen. Vor 1478 stammt das Mönchsgestühl sowie die Mönchskammer unter der Orgelempore.

Peter Penick aus Zwickau errichtete ursprünglich 1715 die Orgel, die aber von dem Bornaer Urban Kreuzbach umgebaut wurde. Sie ist 2–manualig, hat 12 Register und einen feinen Klang.

Wer sich die Deckenkirche genauer betrachtet, wird bemerken, dass es sich um eine Kassettendecke handelt. Sie wurde erst 1702 eingezogen.