Leipziger Land – Das Neuseenland

Tagebaue wecken Erinnerungen, positive wie negative.
Kontroverse Gedanken in den Köpfen der Menschen: über ein Jahrhundert lang sichere Arbeitsplätze für 35.000 Menschen in der Region Leipzig–Borna–Altenburg, bedeutendste Energieversorgung aus der Braunkohlegewinnung und –veredelung. Aber auch Gedanken an Umweltverschmutzung und –beeinträchtigungen, an entraubte, verbaute Landschaften, an die verlorene Heimat tausender Menschen.

Tagebaue hinterlassen Spuren.
Einschneidende Spuren. Über 3 Milliarden Tonnen Braunkohle wurden gewonnen, 250 km2 Land ausgehöhlt, Flüsse verlegt, Auenbereiche überbaggert, 72 Gemeinden und Dörfer devastiert und 32.000 Menschen umgesiedelt.

Flutungsphase Stand 2004
Tagebaue bergen Chancen.
Mensch und Natur setzen Zeichen. Nach der Stilllegung der meisten Betriebe (nach 1990) holt sie sich unter seiner Steuerung die Freiräume zusehends zurück. Die Natur schafft Lebensräume für Flora und Fauna sowie Refugien für bedrohte Arten. "Mondlandschaften" und verschmutzte Flüsse wandeln sich zu reizvollen Seen– und Freizeitlandschaften, die zukunftsweisend 70 km2 Wasserfläche umfassen werden. Direkt vor der Haustür präsentieren sich vielfältige Naherholungsmöglichkeiten mit Rad–, Wander– und Reitwegen, Badestränden und Wassersportzentren. Im Jahre 2004 wurden auf einer Renndistanz von 145 km den "Neuseen Classics" zwischen Zwenkau und Böhlen – entstanden aus dem traditionellen Radrennen "Rund um die Braunkohle" – mit internationale Sportprominenz Leben eingehaucht. Die Vision, eine Bootspartie von Borna nach Leipzig unternehmen zu können, ist noch Zukunftsmusik, mit dem erstrebenswerten, sächsischen Touristischen Gewässerkonzept aber machbar. Die Mitteldeutsche Straße der Braunkohle enthüllt eine spannende Entwicklungsgeschichte mit den Zeugen der Zeit. Der Kreislauf schließt sich.

Das Leipziger Neuseenland schafft Zukunft. Zukunft für Mensch und Natur!