Pferdelexikon

Sie interessieren sich für Pferde und wollen Ihr Wissen erweitern? Dieses kleine Lexikon wird Ihnen dabei behilflich sein, mehr über die schönen und edlen Tiere zu erfahren.

Viel Spaß beim Stöbern!


Fohlen
1. Definition Pferd

♦ weltweit verbreitete Familie hochbeiniger Unpaarhufer

♦ benutzen beim Gehen nur die mit einem Huf umgebene Mittelzehe durch    Evolution rückgebildete übrige Zehen sind als Griffelbeine sichtbar

♦ Charakteristik: große, leistungsstarke, schnell laufende,    widerstandsfähige, Gras fressende Tiere

♦ in Herden lebende Arten in Steppen und Savannen u. a. Esel, Halbesel, Zebras, Wildpferde

2. Geschichte des Pferdes

♦ Evolution innerhalb von 60 Mio. Jahren vom Wildpferd zum Haustier in Nordamerika und Europa

♦ Urpferd: Eohippus = Pferd der Morgenröte terriergroß, braunes Fell mit weißen Punkten, Waldtier im    tropischen Klima

♦ Entwicklung zum Steppenpferde durch Klimaveränderung "Przewalski–Pferd" hauptsächlich in asiatischen    Steppen mit dunkler, borstiger Stehmähne, Zebrastreifen an Beinen und Aalstrich (dunkler Strich    zwischen Widerist und Schweif) auf dem Rücken Stammform aller Hauspferde

♦ Domestikation (Wandlung zum Nutztier und Arbeitstier) begann vor 5000 Jahren

3. Hauspferderasssen

allgemeine Erläuterung

Es existieren ca. 200 Pferderassen, diese sind in 4 Pferdetypen unterteilbar:

Vollblut

♦ reinrassig, intelligent, sehr temperamentvoll und flink
♦ mit zierlichem Kopf und schlankem Körper
♦ in vielen Rassen zur Veredelung eingekreuzt
♦ Bekannteste: Araber (wahrscheinlich ältestes, reinrassiges Pferd), Englisches Vollblut

Kaltblut

♦ sagt nichts über die Temperatur des Blutes aus ⇒ siehe Warmblut
♦ kräftig, mit starkem Knochenbau
♦ ruhiges und stoisches Arbeitstier

Warmblut

♦ drückt nichts über die Bluttemperatur des Tieres aus
♦ Kreuzung zwischen Voll– und Kaltblütern
♦ schlanke und schnelle Reit– ⁄Turnierpferde, z.B.: Hannoveraner, Trakehner

Pony
Pony

♦ schulterhoch und kleinwüchsig (bis 1,48 m)
♦ stämmig und widerstandsfähig

Zum besseren Verständnis einige Definitionen weiterer Rassen:

Halbblut

♦ in dt. Bezeichnung Kreuzung zwischen Voll– und Warmblut

Ostfriese

♦ gutmütiges, dunkelfarbenes Reit– und Fahrpferd
♦ mittlerer Kopf, schlanker Hals, Körper und Beine sind mittellang, Größe bis 1,60 m

Oldenburger

♦ intelligentes, mutiges Reit– und Fahrpferd
♦ mittlerer Kopf, mittellanger Hals, kurze Beine, muskulöser Körperbau, Größe bis 1,70 m

Auf den veröffentlichten Pferdehöfen sind folgende Rassen vertreten:

Haflinger
Haflinger

♦ kleine, kräftige, fuchsfarbene Gebirgspferderasse mit lachsfarbener Mähne    und Schweif
♦ gutmütiges und leistungsbereites Familien– und Freizeitpferd
♦ Einsatz: im Dressur–, Trekking und Westernreiten, Fahrsport

Fjordpferd

♦ Reit– und Fahrpferd mit mittlerem Kopf, kurzem Hals und kurzen Beinen, kräftiger Körperbau, Größe    1,40m
♦ Auffälligkeit: Wildfarbe – falbes (fahl gelb) oder graubraunes Fell mit Aalstrich
♦ stur, aber gefällige Rasse
Irish Tinker
♦ stammt vom asiatischem Wildpferd ab

(Irish) Tinker

♦ unerschrockenes und gelassenes Reit– und Fahrpferd,
♦ hübscher Kopf mit kurzem Hals, stark bemuskelte Kruppe (hintere Bereich    des Pferderückens) und kurze Beine, geschecktes Fell, Größe 1,42 m –    1,58 m
♦ gesellig, gehorsam und mutig

Isländer

♦ mutiges und freundliches Reit– und Fahrpferd in diversen Farbstellungen
♦ großer Kopf, kräftiger Hals, kompakter Körperbau, Größe: bis 1,30 m
♦ Island Pony ist ein sehr schnelles Pferd und beliebt bei Jung und Alt, seine Eigenheiten sind die    Gangarten Tölt und Pass

Sächsisches Reitpferd

♦ ursprünglich Kreuzung aus Kaltblut und Haflinger sowie Ostfriesischer und Oldenburger Hengst zum    mittelschweren Wirtschaftspferd
♦ ⇒ Umzüchtung zum Reitpferd mit Aufteilung in Schweres Warmblut und Deutsches Reitpferd

Schweres Warmblut
1. Schweres Warmblut

♦ repräsentatives Fahr– und Wagenpferd mit ruhigem, ausgeglichenem    Temperament
♦ dunkelbraunes oder schwarzes Fell mit geringen Abzeichen (angeborene,    meist weiße Stellen an Kopf und Beinen), Größe 1,57 – 1,65 m

Deutsches Reitpferd
2. Deutsches Reitpferd

♦ edles, großliniges und korrektes Dressur– und Reitpferd
♦ ausdrucksvoller Kopf mit großen Augen, muskulösem    Körperbau und guter Sattellage
♦ alle möglichen Färbungen, Größe 1,58 – 1,72 m

Trakehner (früher: Ostpreußisches Warmblut)

♦ eines der wohl edelsten und elegantesten Warmblutpferde der Bundesrepublik Deutschland
♦ edler Kopf eines Vollblüters, große intelligente Augen, kleines Maul
♦ der Körper ist mittellang, kräftig mit schönem Rippenbogen, Größe: zwischen 1,60 – 1,65 m
♦ intelligentes, arbeitsames, temperamentvolles und genügsames Reitpferd, auch für Amateurreiter    geeignet

Westernreitpferd

♦ Pferde, die ursprünglich in Amerika auf Viehweiden für Viehtreiber gearbeitet haben

4. Gangarten

Schritt

♦ langsamste Gangart, Viertakt

Trab

♦ laufende Grundgangart, Zweitakt
♦ ein Vorderfuß und entgegengesetzter Hinterfuß werden zugleich aufgesetzt
♦ aussitzend ⁄ deutsch trabend oder leicht trabend ⁄ englisch trabend auszuführen, d.h. bei jedem zweiten    Takt hebt der Reiter das Gesäß aus dem Sattel

Galopp

♦ schnellste Gangart, 3–Takt
♦ im Turnierreiten Umwandlung zum 4–Takt für das Höchsttempo

besondere Gangarten bei einigen Pferderassen, denen es in die "Gene gelegt wurde"

Tölt

♦ Gangart zwischen Schritt u. Trab mit sehr flinker Fußfolge

Pass

♦ Gangart, bei der die Beine einer Seite gleichzeitig abrollen (abfussen)

5. Stallanlagen

Boxen
Box

♦ Verschlag bzw. Abteilung im Stall
♦ Größe genormt, dient zur freien Bewegung des Pferdes mit sicheren    Türverschluss, Futtergrippe und Selbsttränke
♦ tägliche Reinigung und Ausstreuung

Außenbox
Außenbox

♦ Box, deren Tür ins Freie führt
♦ Vorteil: Pferd hat Sichtkontakt mit der Außenwelt    und bietet immer frische Luft

Offenstall

♦ Stallgebäude auf der Weide
♦ Einsatz in der Robustpferdehaltung

Paddock
Paddock

♦ mit Holzzaun umgebener Auslauf oder eine kleine Weide

6. Haltungsformen

Einzelaufstallung

♦ meist genutzte Art
♦ in Innenbox oder Außenbox

Offenstallhaltung

♦ natürlichste Haltung
♦ Stall oder Unterstand mit direkt angrenzendem Paddock (für den Herdenverband)

♦ Pferde haben freie Wahl, wo sie sich hin begeben

Laufstallhaltung

♦ eine Art Wohngemeinschaft für Pferde mit genügend Raum, eigenem Futterplatz und Anbindemöglichkeit    für jedes Pferd
♦ bewährt für Aufzucht von Jungpferden und Zuchtstuten

Gruppenauslauf
Gruppenauslauf

♦ Stall ist Fläche mit Tränke, Futter– und Schlafplätzen angegliedert, die weit    auseinander liegen ⇒ regt die Bewegung der Pferde an
♦ für kleine Pferdegruppen geeignet

7. Artgerechte Pferdehaltung

Wälzen

♦ natürliches Grundbedürfnis eines Pferdes
♦ hierbei reibt es Kopf, Hals, Rücken und Seiten kräftig auf trockenen Sandstellen, auf kurzem Gras oder im    Winter auf Pulverschnee

Effekt

♦ Durchblutung der Haut, Beseitigung von losem Haar, abgestorbenen Hautzellen, Schmutz und Parasiten
♦ gesundheitliche Bedeutung für Wohlbefinden, Kondition und Immunstärkung

Wichtig

♦ im Sommer nach dem Reiten verschwitzte Stellen an der Sattellage mit Schwamm abwaschen

tägliches Putzen und Pflegen

1. Tier aus der Box führen, damit diese nicht verunreinigt wird
♦ sorgfältiges Anbinden optimal am Panikhaken ⇒ damit in einer Notsituation eine schnelle Befreiung erfolgt,    Pferd ist mit einem Handgriff zu lösen, auch wenn das Anbindeseil unter Spannung steht

2. Aufrauung des Fells mit einem weichen Gummistriegel im Uhrzeigersinn
♦ Ausbürstung von Schmutz, Schuppen und überschüssigen Fett, öffnet Poren und fördert die    Durchblutung

3. mit einer ovalen Pferdebürste (Kardätsche) wird das Tier in langen Strichen vom Hals nach hinten    entstaubt
♦ Säuberung der Beine mit einer Wurzelbürste
♦ Verlesen = Schweif (Schwanz) wird Strähne für Strähne mit der Hand entwirrt
♦ eventl. Körper mit Tuch abreiben

4. gründliche Reinigung der Hufe durch Auskratzen, Waschen und dünnem Einfetten

Kontrolle des gesamten Körpers nach heißen Stellen, Wunden u. a. während des Putzens

8. Pferdefutter

Raufutter

♦ Heu, Stroh, Häcksel

Heu

♦ Grundnahrungsmittel, mind. 50 % des Gesamtanteils Boxenpferde brauchen ausreichend Heu aufgrund    des Grasmangels

Häcksel

♦ gehäckseltes Heu bzw. Mischung aus Holz und Stroh

Hafer

♦ wichtigster Energielieferant, enthält Fett, Stärke und viel Eiweiß

Saftfutter

♦ Möhren, Äpfel, Bananen (für glänzendes Fell) u.s.w.

Kraftfutter

♦ Pellets, Mais, Müsli u.s.w.

Pellets

♦ Fertigfutter, im Proteingehalt schwankend

Mais

♦ Energiespender, besitzt aber wenig Protein

Gerste ⁄ Leinsamen

♦ Konditionsfutter, Verfütterung im gekochten Zustand

Knoblauch

♦ Futterzugabe und natürliches Heilmittel vermindert die Anziehung von lästigen Insekten durch veränderten    Geruch der Schweißdrüsen

Nahrungsergänzung

♦ Mineralien, Salzleckstein u.s.w.

Mineralien

♦ reguliert Calzium–Phosphor–Verhältnis, für intakten Knochenbau

Salzleckstein

♦ auf dem Futterplatz untergebracht, enthält Kochsalz und lebenswichtige Mineralien

9. Therapeutisches Reiten – Pferde als "Heilkünstler"

Anwendung

♦ in der Pädagogik, Psychologie, in speziellen Bereichen der Psychiatrie Zielgruppe

♦ verhaltensauffällige, lernbehinderte und geistig behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Zweck

♦ Entwicklung und Unterstützung positiver Verhaltensänderungen
♦ gute Erfolge als Erziehungshilfe und Fördermaßnahme

Ziele

♦ Entfaltung und Erweiterung des Körperbewusstseins
♦ Förderung des Selbstbewusstseins und –wertgefühles
♦ Erfahren ungewohnter Bewegungsimpulse, Verbesserung des Wahrnehmungsvermögens, der Motorik    und des Gleichgewichtes
♦ Muskelan– und –entspannung, Lockerung des Körpers
♦ Stärkung des Durchsetzungsvermögens
♦ Minderung von Ängsten und Erleben von Glück
♦ Erlernung von gemeinschaftlichen Verhalten für Patient und Umwelt

10. Amateurausbildung nach Richtlinien des Deutschen Sportbundes (DSB)

♦ Klassifizierung in Trainer C, B, A – je nach Ausbildungsniveau Lizenzierung ist seit dem 1. Januar 2000    gültig

Voraussetzung:

♦ erfolgreiche Absolvierung eines Vorbereitungsseminars

Trainer C

♦ Stufe zum Ausbilder
♦ je nach Disziplin breit gefächerte Grundausbildung fürs Reiten, Fahren, Voltigieren, Westernreiten oder    Schulsport
♦ Vermittelung fach– und sozialkompetenter Fähig– und Fertigkeiten

Trainer B und A

♦ Schwerpunktfortbildung
♦ Kenntnisse in der Unterrichtserteilung einer Spezialrichtung vertiefen
♦ Aufbau auf Trainerlizenz C

11. allgemeine Erklärungen

Anbinde

♦ Solide Vorrichtung zum Anbinden eines Pferdes in Form eines Ringes an der Wand oder eines    Anbindebalkens

Doppellonge

♦ 2 Longen
♦ hauptsächlich für die Ausbildung von Fahrpferden

Koppel

Koppel
♦ mit Elektrozaun gesicherte, gepflegte Weidefläche für Pferde
♦ umfasst durchschnittlich 8 – 12 Einzelkoppeln, die nach 2 bis 3–tägigem    Abweiden ca. 1 Monat Zeit zum Erholen und Nachwachsen des Grases    haben

Lösen ⁄ Abreiten

♦ bezeichnet die Bewegungen vor der eigentlichen Arbeit beim Reiten oder    an der Longe
♦ Erwärmung der Muskulatur

Longe

♦ 6 – 10 m lange Leine, die zum Longieren eines Pferdes genutzt wird

Longieren

♦ Anwendung bei der Ausbildung junger Pferde oder beim Therapeutischen Reiten
♦ im Kreisbogen wird das Pferd mit der Longe geführt und mit ihm gearbeitet

Pensionsstall ⁄ Pferdepension

♦ in diesem "Unternehmen" kann der Gast seine Pferde unterstellen, verköstigen und pflegen lassen
♦ im Gegensatz zum Reiterhof können hier Reitstunden angeboten werden, abhängig vom jeweiligen    Angebot

Reiterhof

♦ in diesem "Unternehmen" werden Reitstunden gegeben

Reithalle
Reithalle und Reitplatz

♦ Anwendung zum Reitunterricht

Reitweisen

♦ Begriff für die Ausbildung und spätere Verwendung des Pferdes
♦ bekannt sind die:
  ⇒ Englische Reitweise ⇒ Westernreitweise
  ⇒ Iberische Reitweise – Kriegskunst ⇒ Therapeutisches Reiten
  ⇒ Voltigieren – spielerisches Turnen auf dem Pferd

Sattelkammer
Sattelkammer

♦ gesonderte Kammer innerhalb eines Stalls
♦ aufgrund des Raumklimas sollte sie zur geschützten Aufbewahrung des    Sattelzeugs abschließbar sein

Sattelzeug

♦ Sammelbegriff für Sattel, Satteldecke, Sattelgurt, Steigbügelriemen und    Steigbügel.

Solarium

♦ Trocknungsstätte für Pferde nach der Waschung

Wasch– und Putzplatz

♦ Ideal mit Anbindung um z. B. die Beine der Pferde abzuspritzen
♦ Fertigung aus rauen Beton und sollte einen guten Abfluss haben

Widerrist

♦ erhöhter Übergang vom Hals zum Pferderücken

Wiederristhöhe

♦ allgemeine Aussage zur Größe eines Pferdes
♦ Ermittlung mit dem Band– oder Stockmaß