Rittergut Rüdigsdorf

Bis zum Jahre 1579 war Rüdigsdorf in den Händen der Familie von Rüdigsdorf. Noch im gleichen Jahr verkaufte diese ihre Güter Rüdigsdorf und Neuhof an Joachim von Loß. Dieser veräußerte beide nach zwei Jahren wieder an Friedrich von Lüttischau, weil er die Kaufsumme nicht weiter tragen konnte. Zahlungsschwierigkeiten führten immer wieder zu wechselnden Besitzern der Rittergüter.

1810 kaufte schließlich Siegfried Leberecht Crusius, bereits seit dem Jahre 1805 Erb–, Lehn– und Gerichtsherr auf Sahlis, die beiden Güter. Dieser Crusius war ein anerkannter Buchhändler und besaß einen eigenen Verlag in Leipzig. Sein Sohn Dr. jur. Heinrich Wilhelm Leberecht Crusius erhielt 1813 Rüdigsdorf. Durch den Tod seines Vaters erhielt dieser 1824 ebenfalls Sahlis. Er ließ das Herrenhaus von Rüdigsdorf im klassizistischen Stil umwandeln und ergänzte dies durch das kennzeichnende Obergeschoss mit den Dachtürmchen. Im ersten Obergeschoss wurde ein Repräsentationsraum angelegt, der mit europäischer Wandbildtapete ausgeschmückt wurde (heutiger Tapetensaal). Das Tapetenmotiv zeigt Szenen der "olympischen Feste". 1929 ließ er einen Garten im englischen Stil erbauen. In diesem befindet sich auch die Orangerie die heute als Schwindpavillion bezeichnet wird.