Rüdigsdorf mit seinen Ortsteilen Neuhof und Pflug

Rüdigsdorf
Die Siedlungen Rüdigsdorf und Neuhof werden nach Vermutungen auf den Beginn des 12. Jahrhunderts datiert. Pflug ist der jüngste Ort der drei Ansiedlungen. Die Gründung geht auf Hans Cristoph von Pflugk zurück, welcher von 1699 bis 1708 Eigentümer von Rüdigsdorf und Neuhof war. Er ließ 1704 einen Gasthof in der Prager Straße, auch Poststraße genannt, erbauen. Der Gasthof wurde nach seinem Namen "Pflugk" getauft. Später wurde er in "Goldener Pflugk" umbenannt. Heute ist er somit als Begründer des Ortsteiles Pflug zu nennen. Neuhof war seit seiner Bildung ein eigenständiges Rittergut mit individueller Gerichtsbarkeit und bis 1669 im ständigen Eigentum der Besitzer des Rüdigsdorfer Ritterguts.

Der Ort Rüdigsdorf wird bereits in einer Niederschrift von 1271 urkundlich belegt. Die Schreibweise des Ortes wandelte sich im Laufe der Zeit von Ruedegersdorff über Rugersdorff, Rigßdorff, Ruschdorff oder Rudigßdorff schließlich zum heutigen Rüdigsdorf. Noch heutzutage wird der Ort im Volksmund Rißdorf genannt. Die Geschichte der beiden Rittergüter Neuhof und Rüdigsdorf war in der Zeit von 1467 bis 1810 sehr ereignisreich.

Die beiden Dörfer gingen 1810 in den Besitz der Familie Crusius über und blieben dort bis zum Jahre 1945. Im Zuge der Bodenreform wurden die Güter an ca. 20 Neusiedlerfamilien aufgeteilt. 1953 gründeten 6 Neubauern in Rüdigsdorf die LPG III, welche sich später zu einer Groß–LPG weiterentwickelte.

Rüdigsdorf hatte einst eine niedrige Einwohnerzahl. Im Jahr 2000 besaß Rüdigsdorf 228 Einwohner, Neuhof 73 und Pflug 37.

Rüdigsdorf zum Einen und Neuhof mit Pflug zum Anderen, waren zwei politisch selbständige Gemeinden. Am 1. Juni 1895 wurden sie zu einer Landgemeinde unter der Bezeichnung Rüdigsdorf–Neuhof mit Pflug zusammengeschlossen. Im Jahr 1945 wurde diese Landgemeinde an Kohren-Sahlis angeschlossen.

Die heutige Gaststätte "Waldschänke" war früher eine Mühle. Im Jahr 1918 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt und nur noch Schankwirtschaft betrieben. Die Rüdigsdorfer Mühle wurde 1934 von Gottfried Junghans gepachtet und zu einer der beliebtesten Gaststätten des Kohrener Landes gemacht.

Ferner befindet sich in Rüdigsdorf der im Stil der Romantik erbaute Schwindpavillon, indem Verliebte ihre Vermählung gern feiern. Die Kirche blickt erhaben über das Dorf.