Schloss Wiederau

Im Jahre 1705 wurde auf dem Gelände einer mittelalterlichen Wasserburg das Barockschloss Wiederau durch den Ratsbaumeister Gregor Fuchs erbaut. Eine für die Barockzeit charakteristische doppelläufige Treppe führt zudem über zwei Geschosse reichenden Festsaal, welcher mit seinen Stuckdekorationen, Wand– und Deckenmalereien in Sachsen einzigartig ist.

Schloss Wiederau
Die vielfältig gegliederten und kostbar verzierten Wände des Festsaals zeigen Szenen aus der antiken Mythologie und besonders interessant ist die Verbindung von illusionistischer Malerei und Plastik. Das monumentale Deckengemälde ist Raum beherrschend, welches den Blick über perspektivisch verkürzte Säulen nach oben lenkt.

Die Raumgestaltung des Wiederauer Schlosses, in den Jahren zwischen 1705 und 1712, wird dem italienischen Maler Giovanni Francesco Marchini und einem Stuckateur aus Mailand zugeschrieben. Am 28.09.1737 erklang anlässlich der Huldigungsfeier für Johann Christian von Hennicke, der das Gut Wiederau 1737 erwarb und umfangreiche Baumaßnahmen durchführen lies, Johann Sebastian Bachs Kantate "Angenehmes Wiederau, freue dich in deinen Auen".

In seiner Position als Leipziger Thomaskantor und Direktor Musices sowie als Titularkapellmeister des Dresdner Hofes hinterließ Johann Sebastian Bach eine Fülle an so genannten Gelegenheitswerken, in die auch die Kantate "Angenehmes Wiederau" einzuordnen ist.