Zöbigker

Zöbigker wurde erstmals 1378 erwähnt. Die Ortsbezeichnung ist sorbischen oder keltischen Ursprungs und weist auf eine sehr frühe Besiedlung hin.

Zöbigker
Sigmund Pflugk, dessen einflussreiche Familie Zschocher, Knauthain und Gautzsch zudem verwaltete, verlieh Zöbigker den Stand eines Rittersitzes.

Der Oberpostmeister Johann Jakob Kees, der Ältere (1645 – 1705), war von dem unter der Federführung des späteren Eigners Friedrich Wilhelm von Marschall entfalteten Gutes so beeindruckt, dass er es erwarb. Damit begründete er bis 1945 die Sesshaftigkeit seines Geschlechts.
Johann Jakob Kees, der Jüngere (1677 – 1726), verkaufte die Post an den Sächsichsen Staat. Mit diesem Geld beauftragte er den Landbaumeister David Schatz, den Leipziger Barock in Zöbigk zu realisieren. Durch die Errichtung und Modernisierung der wesentlichen Dorfeinrichtungen wie Post, Kirche, Brauerei, Schmiede und Ausspann (Wirtshaus mit Stall) entwickelte sich das Gut zu eines der leistungsstärksten im Leipziger Raum.
Die Keessche Zeit verlieh Zöbigker einen besonderen Namen. Aufgrund von Anpflanzungen der rot blühenden Eibischhecken wurde es als "Rotes Dorf" bekannt.

In der Entwicklung des Braunkohlentagebaus erlebten die Bewohner eine Zeit des Hoffens und Bangens. Schließlich rückten die Tagebaue Zwenkau und Cospuden soweit an Markkleeberg heran, dass das Waldgebiet Harth, die Ortsteile Prödel, Cospuden und der westliche Dorfrand von Zöbigk abgebaggert wurden. Umwälzende Bürgerproteste stoppten die Unternehmungen Ende der 80–er Jahre.
Das Restloch Cospuden wandelte sich zum Bade– und Surferparadies in einem erlebnisreichen Landschaftspark. Als ein Prestigeobjekt der Expo 2000 wurde die Costa Cospuda als erster "Neusee" im Neuseenland eingeweiht.

Als exquisiter Hafenbereich sieht Zöbigker gegenwärtig seine Rolle darin, zum noblen Markleeberger Ortsteil am Zöbigker Winkel aufzublühen.